Inhalte ganzheitlicher Verhaltensberater

Voraussetzung
Um an der Ausbildung zum zertifizierten Hunde-Verhaltensberater zugelassen zu werden, setzen wir eine der folgenden Vorbildungen voraus:
• Erfolgreicher Abschluss der Ausbildung zum zertifizierten Familienhunde-Trainer
• Erfolgreicher Abschluss einer anderen Hundetrainer-Ausbildung
• Erfolgreicher Abschluss eines Fernstudiums zum Hundetrainer bzw. Hundepsychologen
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Ausbildung dauert zwölf Monate.
Inhalt praktischer Unterricht
✔ Humankommunikation und Konfliktmanagement
✔Teilnehmeranalysen
✔Lernmethodik
✔Anwendung des im theoretischen Unterricht erlangten Wissens in der Praxis
✔Praktische Anwendung von verschiedenen Lernmechanismen in der Hundeausbildung (Operante Konditionierung, Habituation, Gegenkonditionierung, etc.)
✔Beobachtung der Kommunikation von Hund und Halter
✔Erkennen von Körpersignalen
✔Ausdrucksverhalten von Hunden
✔Der tiergerechte Umgang
✔Tierschutzgerechte Erziehungsmethoden
✔Methodisch korrekte Erziehung
✔Fehleranalyse zwischen Hund und Halter
✔Individuelle Problemhilfestellungen und Lösungsansätze individuell abgestimmt auf Hund und Halter
✔Korrektes Führen / Kontrolle im Alltag
✔Hundeverhalten in Normalsituationen sowie in Konflikt- und Stresssituationen
✔Erkennen von Über- und Unterforderungen sowohl beim Hund als auch beim Halter
✔Beobachten / Analysieren und Besprechen von Kommunikation und Spielszenen an freilaufenden Hunden
✔Rassespezifisches Verhalten und rassespezifische
✔Beschäftigungsmöglichkeiten
✔Erkennen von Jagdverhalten
✔Motivationssteigerung bei Hund und Halter
✔Ablauf einer Verhaltensprüfung sowie Analyse und Auswertung des gezeigten Verhaltens des Hundes mit Erstellen von Problemlösungen und Trainingsplänen
✔Hilfsmittel in der Hundeerziehung, z.B. Clicker, Futter-beutel etc. Richtiger Einsatz verschiedener Hilfsmittel
✔Spielerischer Übungsaufbau zur Steigerung der Motivation der Halter
✔Individuelle Beantwortung von Fragen sowie geben von Trainingsansätze und Lösungsvorschläge abgestimmt auf Hund und Halter
✔Systematischer Aufbau von individuellem Alternativ-verhalten, Lösungsorientierter Trainingsaufbau
✔Arbeit mit verschiedenen Hundecharakteren, Analyse und Ursachenforschung, richtiges Handling und Vermittlung der Leinenführung
✔Aggressionsbeurteilung, Diagnostik, Training / Therapie
✔Richtiges Einschätzen von Angst/ Unsicherheit/ erlerntem Verhalten, Trainingsaufbau und Desensibilisierungsmaßnahmen
✔Beobachtungstraining Hundekommunikation im Rudel (ca.50 Hunde), Spielverhalten, Mobbing, Aggression uvm. Im (Hundezentrum Canidos)
✔Ausbildung in zwei Beschäftigungsbereichen nach Wahl z.B. Longieren, Agility, Apportieren, Gegenstandssuche, Trick-Kurs, Mantrailing
Inhalt theoretischer Unterricht
Zu folgenden Themengebieten wird jeweils ein theoretischer Unterrichtsblock im Laufe der Ausbildung abgehalten. Der theoretische Unterricht beläuft sich insgesamt auf ca. 76 UE. Dem Auszubildenden wird zu jedem Themenblock nach der Unterrichtsstunde ein Skript zur Vertiefung der Unterrichtsinhalte ausgehändigt.
Außerdem werden wir Dir zu beginn der Ausbildung, eine Bücherliste zur Verfügung stellen.
✔Humankommunikation:
Das Beratungsgespräch-Erstgespräch, Rahmenbedidingungen für das Erstgespräch, richtige Gesprächsführung, gezielte Fragestellung, Körpersprache und Ausdrucksverhalten deuten, Kommunikation mit verschiedenen Kundentypen, Probleme verstehen, ziele festlegen, Sender-Empfänger-Modell, Digitale/ analoge Kommunikation, Lösungsorientierte Kommunikation
✔Rassekunde/Genetik:
Entstehung der Hunderassen, Die Morphologie des Hundes, Die gängigsten Hunderassen, Herkunft, Rasseeigenschaften, Aufgaben und Zuchtziele, Rassespezifische Eigenschaften im Training, Grundlagen der Vererbung, Genkombinationen, Polygener Erbgang, Erbkrankheiten, Fellfarben und Verhalten
✔Hilfsmittel:
Hilfsmittel in der Verhaltenstherapie, Herkunft und Hintergrund, Anwendung, Gefahren und Auswirkungen, positive und negative Verstärker
✔ Ernährungskunde:
Grundlagenwissen, Ernährungsumstellung als Hilfe in der Verhaltenstherapie, Futtermittelanalyse, wissenschaftliche Erkenntnisse
✔Veterinärkunde (1):
Neurologie, Stress, Neurotransmitter und Hormone, Nevensystem, Labordiagnostik, Hämatologie, Gerinnung, klinische Chemie, Elektrolyte, Entzündungsparameter, Organe und ihre Parameter.
✔Veterinärkunde (2):
Hundekrankheiten, Tierschutz, Impfstoffe, Tierseuchen, Endo,- und Ektoparasiten, Recht und Gesetz.
✔Erste-Hilfe:
Hygiene, Verbandslehre, Erstversorgungsmaßnahmen, Praxisübungen
✔Anatomie / Physio:
Exterieurbeurteilung, Schmerzerkennung, Gangbildanalyse: Skelett, Gelenke, Adspektorische Beurteilung anhand von Fallbeispielen, Rassedispositionen,Wie entsteht Schmerz, Akuter und chronischer Schmerz, Wie äußert sich Schmerz, Triggerpunkte, Gangbilder, Zusammenhänge Triggerpunkte, Schmerz und Segmentalreflektorik, Differentiale Ursachen, Fallbeispiele
✔Anamnese:
Ursachenforschung, Das Kundengespräch, Erstellen eines Therapieplans, Der Fragebogen
✔Verhaltenstherapien:
Therapieformen, Habituation, Extinktion, Gegenkonditionierung, Flooding, Vor- und Nachteile verschiedener Therapieformen, Therapie von Stereotypien und Zwangsverhalten, Aufbau von Verhaltenstherapien
✔Ängste, Phobien, Traumata:
Zusammenfassung, Angst erkennen, Anzeichen, chronische Angst, Angststörungen, Therapien und Desensibilisierungsmaßnahmen
✔Aggression:
Bedeutung, Eskalationsleiter, defensive und offensive Aggression, Konfliktmanagement, verschiedene Aggressionsformen, Ursachenbestimmung und Trainingsablauf, Mögliche Therapieformen
✔Gewerbeangelegenheiten:
Rechtsformen (Vor und Nachteile), Büroorganisation, Vertragsrecht, Marketing, Versicherungen, Rentabilität
✔Steuerrecht, Was sind Steuern, Grundbegriffe des Steuerrechts, Finanzbuchhaltung, Buchhaltung/Rechnungswesen, BWA, Abschlüsse, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Kapitalertragsteuer, Umsatzsteuer, Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Abgabeordnung, Buchführungspflichten nach HGB, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (HGB), Kassenführung
✔Recht und Gesetz:
Landeshundegesetz, Tierschutzgesetz und die dazu gehörigen Verordnungen
✔Wesenstest:
Gesetzesgrundlagen - Durchführungsverordnung, Rasseliste 1 und 2, Entstehungsgeschichte, Aufbau und Ablauf einer Verhaltensüberprüfung, Hintergrundwissen des Testablaufes, Beantragungsverfahren
Praktische Abschlussprüfung
Die praktische Abschlussprüfung unterteilt sich in zwei Teilbereiche: Verhaltenstherapie und Fachgespräch. Der Auszubildende führt eigenständig das Erstgespräch mit dem Kunden, muss die Ursache des Problems erkennen und die ersten Trainingsansätze dem Kunden verständlich erklären und praktisch umsetzen können.
1. Bereich: Verhaltenstherpie:
Dem Teilnehmer wird ein Mensch-Hund-Team zum Erstgespräch gestellt. Hierbei handelt es sich um einen Therapiefall aus einem der folgenden Themengebiete:
• Angst
• Aggression
• Stereotypien
• Allgemeine Verhaltensstörung
Der Teilnehmer führt im Rahmen der Prüfung die Anamnese durch und betreibt Ursachenforschung. Der Teilnehmer muss die Ursache des Problemverhaltens erkennen und benennen und die ersten Trainingsansätze erarbeiten. Diese muss er dem Kunden verständlich vermitteln und den ersten Trainingsschritt praktisch mit dem Kunden umsetzen.
2. Bereich: Fachgespräch:
Es findet ein Fachgespräch statt, indem der Teilnehmer Fragen gestellt bekommt, welcher er mündlich beantworten muss. Diese Fragen beziehen sich auf die folgenden Themenschwerpunkte:
• Jagdverhalten
• Verhaltenstherapie
• Gesundheit
• Tierschutz
• Recht und Gesetz
Im Rahmen der zwei ausgewählten Beschäftigungsformen kann der Auszubildende ebenfalls mündlich geprüft werden.
Theoretische Abschlussprüfung
Die Prüfung besteht aus 80 Fragen, die sich aus den besprochenen Themenblöcken, den Skripten und der Verhaltenstherapie ergeben. (Dauer der Prüfung: 180 Minuten).
Der Fragenkatalog setzt sich zusammen aus MultipleChoice-Fragen, SingleChoice-Fragen und Freien-Fragen.
Zum Bestehen ist ein Erreichen von mindestens 75 % notwendig.
Die Themengebiete in der theoretischen Prüfung setzen sich wie folgt zusammen:
• Anamnese & Humankommunikation
• Ernährungskunde
• Veterinärkunde
• Erste Hilfe
• Rassekunde und Genetik
• Anatomie
• Verhaltenstherapie
• Recht und Gesetz
• Gewerbeangelegenheiten
Der Abschluss zum DHK® ganzheitlicher Verhaltensberater befähigt Dich, eine ganzheitliche Verhaltensberatung/Therapie für sog. "Problemhunde" z.B.: aggressive oder ängstlichen Hunde durchzuführen.